Umwelterziehung in Deutschland

Auf der internationalen Klimakonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen waren sich alle teilnehmenden Staaten einmal mehr einig, dass weltweit energisch gegen den Klimawandel vorgegangen werden muss. Frei nach dem Motto 'wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte tun', sollen und müssen auch lokale Aktionen vor Ort ins Leben gerufen werden, um global etwas zu verändern. Ein wichtiger Beitrag ist in diesem Zusammenhang bereits bei Kindern und Jugendlichen ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Wichtigkeit des Klimaschutzes zu schaffen. Hierfür bietet sich die Schule als Ort des sozialen Lernens natürlich hervorragend an.

Aus diesem Grund wurde von der europäischen Umweltstiftung, Foundation for Environmental Education (FEE), deren Vertretung in Deutschland die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU) ist, ein Projekt ins Leben gerufen, an dem sich bundesweit Schulen beteiligen können. Das Projekt "Umweltschule in Europa - Internationale Agenda 21 Schule" hat zum Ziel, dass teilnehmende Schulen unter Beweis stellen können wie umweltverträglich sie sind und wie genau im schulinternen Lehrplan die Schülerinnen und Schüler zum Thema nachhaltige Entwicklung gebildet werden. Dabei gibt es keine besonderen Zugangsvoraussetzungen, die an der Teilnahme interessierte Schulen erfüllen müssen. Sie müssen lediglich ein wie auch immer geartetes Schulprojekt vorstellen, mit dem die Umweltverträglichkeit der Schule verbessert werden kann.

Wie genau kann ein solches Projekt aussehen? In der Regel ist für die Umsetzung eines solchen Vorhabens die Zusammenarbeit von Schülern, Eltern, Lehrern, Schulleitung, Stadt- oder Gemeindeverwaltung, externen Sponsoren und nicht selten auch der lokalen Wirtschaft vonnöten. Auch Vereine oder die Bewohner eines Stadtteils oder Dorfes können in die Projektabwicklung mit einbezogen werden. Erlaubt ist alles, was die Umweltverträglichkeit fördert. Dies kann der Umbau der Schule zu einem Null-Energie-Haus ebenso sein, wie die Installation Wasser sparender Toilettenspülungen. Der Fantasie und Kreativität der Teilnehmer sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Dass das Bewusstsein für die Klimaproblematik auch in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen angekommen ist, belegen überwältigende Teilnahmezahlen: 350 Schulen haben sich in Deutschland mit den unterschiedlichsten Beiträgen beteiligt, weltweit waren es sogar 14.000 Schulen aus 38 Ländern. Umwelterziehung fängt im Kleinen an, aber nur, wenn der Bogen weltweit gespannt ist, dann kann dem Klimakollaps wirklich erfolgreich der Kampf angesagt werden.